installation view: NGBK Berlin 2006 / Photo: Ralf Hoedt

 

ANNETTE HOLLYWOOD STARRING REGINA ZIRKOWSKI

Installation
in 3 parts: DARF ICH VOSTELLEN: DIE KÜNSTLERIN, video projection on wall; IM STUDIO, video projection on screen placed on an easel; AQUARELLE WERDEN GERN GEKAUFT, 12 watercolors; 2002
Neues Museum Weimar 2002. NGBK, Neue Gesellschaft für Bildende Kunst, Berlin 2006.
Forum Stadtpark, Graz 2006. HGB Leipzig 2006. Overbeck Gesellschaft, Lübeck 2007. GfZK, Leipzig 2012


dt/engl
Schon im Foyer des Ausstellungsraums begrüßt den Besucher ein Video, das auch als ironische Einführung zur Ausstellung gelesen werden kann. In ihm ist der Eintritt und die Vorstellung der Künstlerin Regina Zirkowski zur Eröffnung ihrer eigenen Ausstellung zu sehen. Regina Zirkowski ist fiktiv und eine der zentralen Figuren der daily soap Marienhof. Indem annette hollywood das Videomaterial nicht einfach ablaufen lässt, sondern es im Loop projiziert und Teile davon in slow motion abspielt, wird das Procedere einer derartigen Einführung und Eröffnung verdeutlicht. Den Rahmen bildet hier das Ereignis Vernissage, während die Projektion im Ausstellungsraum selbst die Figur der Künstlerin in das Zentrum stellt. Dabei gibt annette hollywood die Rahmenbedingungen der Projektion konkret vor: Sie stellt eine Leinwand auf eine Staffelei, die dann im nächsten Moment als Projektionsfläche für verschiedene Situationen der Künstlerin Regina Zirkowski dient. Außerdem steht zu Beginn annette hollywood neben der Leinwand und ist im Bild anwesend. Diese Doppelung der Künstlerfigur in einem Bild lässt die unterschiedlichen Rollenmodelle und -erwartungen, wie sie annette hollywood und Regina Zirkowski vertreten, noch deutlicher hervortreten. Der Rahmen wird verdoppelt. (Thomas Wulffen)

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engl
Exhibition of an exhibition and close examination of the Vita of Regina Zirkowski (Marienhof), a tragic female artist-existence determined by the screenplay of a German TV soap, thus tending in Suffering and Passion towards the model of the classical Artist’s biography or its mediation by Hollywood, which however must fail in the large format due in part to gender-specific adaptation-patterns as well as concessions made to the traditional narration schemas of German prime-time. In the context of a self-sacrificing Re-enactment, hollywood illustrates and pays homage to this tragedy. While the ephemeral masterpiece of the medial projection appears on the screen, the watercolors show that greatness can also arise in small format. (Verena Kuni)