installation view: halle für kunst Lüneburg 2001 / Photo: Hans Jürgen Wege

 

MACH DIR EIN BILD VON ANNETTE HOLLYWOOD

Installation
16 videos, 8 monitors on tables with stools, 16 drawings; 2001
halle für kunst Lüneburg 2001. Schloß Agathenburg 2001


dt/engl
Betritt man den Ausstellungsraum, wird man unverzüglich in ein Netz von Assoziationen und Korrespondenzen zwischen Beobachtetem und Beobachter gezogen. Sechzehn Portraitzeichnungen der Künstlerin hängen im Block an der hinteren Wand, während man auf acht im Raum verteilten Monitoren verfolgen kann, wie jedes dieser Portraits von einem anderen Straßenkünstler in New York City gezeichnet wurde. Gezeigt wird uns somit zum einen das Bild der hollywood gesehen mit den Augen von sechzehn unterschiedlichen Portraitisten, und zum anderen das Bild der hollywood auf den Video-Monitoren, aufgenommen während der Portraitsitzungen durch ein weiteres Paar Augen, nämlich das von Anna Gollwitzer, die hier als Kamerafrau fungierte. Wir beobachten jemanden beim Beobachten einer anderen Person, und gleichzeitig beobachten wir diejenige, die beobachtet wird. Mein Auge erfasst die Kette der Beobachtungen und erkennt dabei unmittelbar die eigene immanente Rolle, impliziert durch die mehrfachen Ebenen, auf denen die Arbeit gelesen werden kann. Und dann gibt es da noch den vorliegenden Text – eine Art fünftes Auge in dieser Erzählung der Abbildungen. Die echte annette hollywood möchte sich bitte erheben! (Heidi Fichtner)

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engl
Entering the exhibition space, one is immediately drawn into a web of associations and correspondences between the observed and the observer. Sixteen sketched portraits of the artist hang on the far wall in a grid while eight monitors placed around the room record the process of each of those individual portraits being sketched by various street artists in New York City. Thus we have the image of hollywood as seen through the eyes of sixteen different portraitists, and then we have the image of hollywood on the video monitors as taped during the drawing sessions by yet another set of eyes, those of Anna Gollwitzer, who in this instance serves as camera operator. We are observing someone observe someone else and then observing she who is being observed. My eye records the chain of observations, instantly recognizing its own intrinsic role implied in the multiple levels of interpretation. And then there is this document before us, a kind of fifth eye in this story of representation. Will the real annette hollywood please stand up? (Heidi Fichtner)