installation view: Biennale of Contemporary art, Prague 2005

 

ART KARAOKE

interactive Installation
2 video projections, 2 over-sized brushes as microphones, an artist’s palette as seating; 4 x 1,3 x 2,5 m; 2005
songs: art is in the air / saving all my art for you / can't hurry art / power of art lessons in art / art hurts / I want to know what art is
Biennale of Contemporary art, Prague, National Gallery 2005
Kunstraum Kreuzberg, Berlin 2005


dt/engl
"In der Installation ART KARAOKE (2005) ist – als wolle annette hollywood ein Zitat Andy Warhols beschwören – zunächst einmal jeder ein Star, zumindest für wenige Minuten. Die interaktive Medieninstallation fordert den Besucher auf, einen eigenen Beitrag in Form eines ‚Kunst'-Liedes zu leisten. Für ART KARAOKE hat annette hollywood in zahlreichen populären Musikstücken das Wort ‚Liebe' durch das Wort ‚Kunst' ersetzt und die entsprechenden Textpassagen zum Mitsingen graphisch gestaltet. Integriert in eine Karaoke-Anlage und einem bühnenhaften Setting aus stilisierter Palette mit Farbtöpfen und Pinseln kann hier jeder sein leidenschaftliches Verhältnis zur Kunst zum Ausdruck bringen – von "art is in the air" bis "art hurts". Neben der unterhaltsamen Adaption von Pop-Songs und populären Unterhaltungsformen zeigt sich hier ein ambivalente Verhältnis zu den Unterhaltungsmedien: einerseits stehen das Vergnügen an der Unvermitteltheit des Mediums und die Leidenschaft für die Kunst im Vordergrund, andererseits steht auch die Austauschbarkeit der Inhalte im Raum. Die Oberflächlichkeit mit der Pop-Songs oftmals das Thema Liebe verhandeln, lässt sich offenbar ohne Probleme auf die Kunst übertragen. Anders als dort erfährt das Wort Kunst hier jedoch in seiner ungewohnten Umgebung und durch die Verschiebung des Kontextes eine besondere Betonung. Deutlich stellt sich die Frage: Welche Bedeutung hat die Kunst für den Einzelnen? Welche Funktion hat Kunst heute? oder "I wanna know what art is"?"
(Birgit Eusterschulte)

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engl
In the course of her untiring research at the threshold of high art and popular culture annette hollywood noticed that numerous pop songs eventually released as love songs were originally dedicated to art. Though, due to the problematic source, censorship carried out by the music industry is difficult to prove, at least the so-called “scissors in the head” lyricist seems to have made sure that the word “art” is replaced with the word “love”. In ART KARAOKE the unreleased original versions are finally made accessible, so that through Re-enactment lost stories can be brought to life, giving back to art the acknowledgement it was due. (Verena Kuni)